Von den Anfängen der Feuerwehr in Bad Höhenstadt

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Mit einem Schreiben des Königlichen Landgerichts Passau vom 10. Jänner 1848 wurde die Anschaffung einer „Engelhardtschen Leistungsmaschine“ ins Auge gefaßt. Diese Druckspritzen konnten auf einem zweirädrigem Wagen bequem durch drei Mann gefahren und beim Gebrauch vom Wagen abgenommen werden. Sollten diese Spritzen über Land gefahren werden, so wird ein Vorderwagen mit Sitz für drei Mann, ähnlich dem Protzwägen der Artillerie, vor den zweirädrigen Spritzenwagen befestigt und solcher mit Pferden bespannt. Das Glanzstück der Firma, die Druckspritze A, bedurfte 18 Mann zum Pumpen, lieferte in der Minute bei 60 Kolbenhuben 9 Eimer Wasser und trug den Strahl aus einem Rohr in eine Höhe von 110 Fuß. Nach umfangreicher Korrespondenz konnte schließlich 1852 eine neue Feuerspritze angeschafft werden. 1857 besaß die Gemeinde neben einer Feuerspritze mit Schläuchen auch noch 12 lederne Wassereimer. Außerdem standen in den 46 namentliche aufgeführten Ortschaften und Anwesen zur Brandbekämpfung noch insgesamt 54 Eimer, 16 Haken und 19 Leitern zur Verfügung. Untergestellt wurde die Feuerlöschmaschine nach Bewilligung der Königlichen Bayerischen Baubehörde Passau von 1872 dann im Pfarrhofsgebäude zu Höhenstadt.

Mit Schreiben vom 31. Jänner 1874 wurde der Gemeinde-Verwaltung Höhenstadt vom Königlichen Bezirksamt Passau mitgeteilt, dass der „Distriktsrath“ der Feuerwehr Höhenstadt einen Zuschuß von 100 Gulden bewilligt. Im Jahr 1885 wurde in Höhenstadt eine „Pflichtfeuerwehr“ eingeführt.

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1898 wurde eine allen Anforderungen der Neuzeit entsprechende Spritze angeschafft. Der Betrag von 1600 Mark wurde durch freiwillige Spenden der Mitglieder aufgebracht. Diese Spritze tat Dienst, bis im Jahre 1946 die erste Motorspritze in Bad Höhenstadt gekauft wurde.

Nachdem es mit der Unterbringung der Feuerlöschmaschine im Nebengebäude des Pfarrhofs doch immer wieder zu Schwierigkeiten kam, ging man bereits im Jahre 1908 daran, einen eigenen „Spritzenhaus-Neubau nebst Trockenturm und Leichenwagen-Remise“ zu planen (siehe Plan). Das Königlich Bayerische Kreisfiskalat von Niederbayern stand diesem Ansinnen wohlwollend gegenüber, so dass im Jahre 1913 mit dem Bau eines Feuerlöschrequesitenhauses im Pfarrgarten von Höhenstadt begonnen wurde. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 484,96 Mark.

Ein großes Ereignis war der Aufmarsch unserer Feuerwehr am 17. Juni 1914 beim Empfang der Königlichen Majestäten im Kurhaus.

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Bericht über die Feuerwehr Bad Höhenstadt seit der Gründung

Nachdem sich die Höhenstädter schon seit Bestehen des Dorfes urkundlich wird Höhenstadt bereits 778 erstmals erwähnt, bei Feuerbrünsten gegenseitig zur Seite standen, ging man 1871 ernsthaft daran eine Feuerwehr zu gründen. 13 Männer haben sich daher zu einer Gründungsversammlung zusammengefunden. Offiziell angemeldet wurde die Feuerwehr aber erst 1873.

Ab dem Jahre 1910 ist auch ein Dienstbuch der Höhenstädter Feuerwehr nachweisbar. Hieraus einige interessante Auszüge:
  • 1910 | Übung mit Löschmaschine und Leiter.
  • 1915 | Neuwahl konnte nicht vorgenommen werden, da mehr als 20 Mann „im Felde“ stehen
  • 1916 | Beteiligung beim 50-jährigen Priesterjubiläum von Herrn Dekan Andreas Osterkorn, Geistlicher Rat, mit 19 Mann beim Kirchenzug.
  • 1917 | Abschiedsfeier im Popfingerischen (heute Gasthaus Stopfinger) Gasthaussaal von Geistl. Rat Osterkorn.
  • 1918 | Brand durch Blitzschlag im Stadl von Herrn Joh. Wagner in Reuth.
  • 1924 | Inspektierung durch Bezirksverwalter; ausgerückt 36 Mann mit Löschmaschine und Leiter.
  • 1927 | Bezeugung der Trauer für zwei verstorbene eifrige Gründungsmitglieder, des Ehrenvorstand Herrn Johann Wimmer – Bibing – und Ehrenmitglied Herrn Johann – Baptist Kristlbauer. Hernach Neuwahl sämtlicher Chargen, zum Schluss Silvesterfeier.
  • 1928 | 3 Uhr nachmittag vom Bahnhof empfangen Hochw. Herrn Primizianten Pater Vulgentius Rupert Hirschenauer von Obersulzbach. Teilnahme an der Beerdigung des Hochw. Herrn Pfarrer Jos. Estermeier. Auszeichnung für 25-jährige Dienstzeit an die Herren Johann Wagner- Gutsbesitzer und Bürgermeister, Vorstand der Feuerwehr hier -, ferner Benedikt Baumgartner – Kaufmann und Schriftführer der Freiw. Feuerwehr hier -.
  • 1929 | Brand bei Alois Gerauer in Fünfeichen; traten nicht in Tätigkeit wegen Wassermangel
  • 1930 | Beteiligung beim Gründungsfest des Veteranen- und Kriegervereins Bad Höhenstadt mit Fahne und 15 Mann.
  • 1931 | Beteiligung an der Fahnenweihe der Freiw. Feuerwehr Mitterdorf mit 28 Mann.
  • 1933 | Beteiligung an goldener Hochzeitsfeier unseres Mitgliedes J. Bschlagngaul mit 10 Mann.
  • 1935 | Beerdigung unseres allgemein beliebten und tüchtigen Kommandanten Alois Winkelhofer, Munzing; 32 Mann angetreten
  • 1936 | Übung Fuß- und Geräte Exerzieren nach Einzelkommando
  • 1937 | In Ausham Feuerinspizierung durch Bezirksbrandinspektor Kitzlinger, Beteiligung 30.
Während des Krieges sehr viele Beerdigungen gefallener Kameraden – Übungen meist nur mit höchstens 10 Mann.

  • 1942 | Die Gemeinde Bad Höhenstadt beantragt über den Landrat beim Abschnitts-Inspektor d.F.F. München die Anschaffung einer Motorspritze. Eine echte Sensation war für unsere Feuerwehr das erste Feuerwehrauto, der „Steyr-Daimler-Puch“, den wir aus den Beständen der Wehrmacht im Jahre 1946 bekommen haben.
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  • 1946 | Geländefahrt mit dem neuen Feuerwehrauto und Ausprobieren der Motorspritze. Hermann Wagner wird zum Kommandanten gewählt.
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  • 1961 | Beteiligung am Einzug von Hochw. Herrn Pfarrer Antesberger.
  • 1963 | Die Erweiterung des Feuerwehrhauses und die Erneuerung des Turmes wird vom Landratsamt genehmigt; geschätzte Kosten 22 500 DM.
  • 1966 | Ölkatastrophe bei Karlstetter in Bad Höhenstadt.
  • 1968 | Großeinsatz zur Entrümpelung der Wälder
  • 1970 | Ausgerückt zum Flugzeugabsturz in Munzing (zwei Tote)
  • 1977 | Übungsfahrt mit Fungbegleitung

Bemerkenswertes aus dem Protokollbuch:

  • 1910 | Generalversammlung: Die Frühjahrsversammlung findet in Ausham statt, unter der Bedingung, dass die Privatspritze zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt wird. Jene Mitglieder, welche einer Beerdigungsfeier von einem Mitglied fernbleiben, werden mit 20 Pfennig Strafe belegt.
  • 1912 | Der neugegründeten Feuerwehr Ausham wird zur Herausgabe des Horns neuerdings eine Frist von einer Woche gesetzt. Das Ansuchen der Feuerwehr Ausham, zur teilweisen Überlassung der Fahne bei Beerdigungen eines Mitglieds, wird abgelehnt! Grund: die spöttische Haltung zur Feuerwehr Bad Höhenstadt. Es zeigt sich, dass noch 2/3 der früheren Mitglieder in Höhenstadt beteiligt, und nur 1/3 in die Feuerwehr Ausham übergetreten, respektive bei der Feuerwehr Höhenstadt ausgetreten ist.
  • 1916 | Neuwahl für 1916 – 1919 erst nach dem ersehnten Frieden – Gott gebe es -.
  • 1917 | Für Feuerwehrmänner, die nach Vollendung ihrer 25-jährigen Dienstzeit den Tod fürs Vaterland gefunden haben, können die Hinterbliebenen die Aushändigung des Ehrenzeichens beantragen.
  • 1931 | Ein Antrag von Herrn Hauptlehrer Sixt, zwecks Gründung einer Jungfeuerwehr, wurde angenommen und zugleich beschlossen, den Jungfeuerwehrführer J. Baumgartner zu den Ausschusssitzungen beizuziehen.
  • 1936 | Kommandant Niederfeilner sprach in sehr ausführlicher Weise über die Gemeindefeuerwehr. Er erklärte, dass es in Zukunft nicht mehr eine Freiwillige Feuerwehr Bad Höhenstadt und eine Freiw. Feuerwehr Ausham gibt, sondern nur mehr eine Gemeindefeuerwehr. Und diese besteht aus Halblöschzug I Bad Höhenstadt und Halblöschzug II Ausham. Anschließend sprach Bürgermeister Alois Winklhofer und bestätigte, dass Johann Niederfeilner – Ausham – zum Kommandanten der Gemeindefeuerwehr Bad Höhenstadt ernannt ist. Johann Baumgartner – Kaufmannssohn von hier – wurde zum Abteilungsführer der Abt. Bad Höhenstadt ernannt; der jetzige Abteilungsführer Franz Reindl ist zurückgetreten.
  • 1950 | Nach langer und gründlicher Vorbereitung wurde beschlossen, dass die Fahnenweihe am 28. und 29. Mai 1950 durchgeführt wird. Als Patenverein wurde die Freiw. Feuerwehr Mitterdorf gewählt. Fahnenmutter ist Maria Baumgartner, Kaufmannsgattin in Bad Höhenstadt. Als Ehrenjungfrauen wurden gewählt: Hermine Hirschenauer – Hafering-, Annerl Lustinger – Bad Höhenstadt -, Aloisia Niederfeilner – Munzing-, Agnes Penninger – Urlharting-.
  • 1951 | Es wurde beschlossen, dass die Freiwillige Feuerwehr Bad Höhenstadt die Patenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr Ausham übernimmt
  • 1965 | Weihe des neuen Feuerwehrhauses und des neuen Autos. Ehrengäste: Landrat Fritz Gerstl und Kreisbrandinspektor Baptist Kitzlinger.
  • 1973 | 100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Fahnenmutter ist Therese Hirschenauer, Angererbäuerin aus Obersulzbach. Ehrendamen sind Anneliese Winklhofer, Monika Winkelhofer, Rosemarie Bremberger, Annemarie Lustinger und Luise Sickinger. Schirmherr ist Landrat Baptist Kitzlinger.
  • 1984 | Hermann Wagner wird nach 38 Jahren als dienstältester Feuerwehrkommandant mit „großem Bahnhof“ verabschiedet.
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Zur 1200-Jahrfeier wurde unser Feuerwehrhaus 1988 auf Hochglanz gebracht.

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